Freitag, 27. September 2013

Ich und die Kürbisse


Jetzt muss ich doch nach meinem kurzen Kürbispost von heute Nacht doch noch mal was loswerden.
Die gute Nadine G. hat mich nämlich nach meiner Meinung zur Riesenfrucht befragt und mir natürlich sehr damit geschmeichelt :-) (Da interessiert sich wer für meine Meinung so sehr, dass er oder sie sogar extra danach fragt *rotwerd*)!
Leider hat sie nicht geahnt, dass sie damit in ein Wespennest gestochen hat :-) und ich mich nun direkt animiert fühle gleich noch einen ganzen Post dazu zu verfassen.
Kürbisse sind nämlich für mich so ein Thema, ... da könnte ich fast das ganze Jahr drüber reden!

Ich schätze Kürbisse wegen ihrer dekorativen Eigenschaften schon mal ungemein.
Dabei gilt meine wahre Liebe aber den dekorativen Speisekürbissen. - Reine Dekokürbisse oder Zierkürbisse sind zwar schon mal toll, ... aber da fehlt mir dann meine zweite Lieblingseigenschaft der Kürbisse: absolute VIELSEITIGKEIT!!!
Kürbisse sind nicht nur hübsch anzusehen, ... sondern nachdem sie mir nach der Ernte ein paar Wochen als Dekoration in und ums Haus gedient haben, werden sie zu Halloween dann auch noch ausgehöhlt (AUSGEWEIDET*) und mit Fratzen verziert. Dann kommt noch die eine oder andere Kerze hinein, ... und dann können die sogenannten JackO'-Laternen noch ein wenig die kalten und dunklen Rauhnächte (Und damit meine ich jetzt NICHT Die Zwölf, ...sondern ganz allgemein die "rauhen", nebeligen, windigen, ... zu dieser späten Herbsteszeit!) erhellen.

Dann wird Suppe gekocht!
Ich persönlich habe zwei absolute Lieblingsrezepte! - Eins mit Apfelsaft und Möhren (hier) und eins mit Sahne und Weißwein (dort)! (Beide möchte ich schnellstmöglich auch gern hier veröffentlichen. Leider kann ich die Bilder dazu aber erst später nachliefern, da meine Kürbisse ja erst noch eine Zeit lang dekorativ sein müssen dürfen, bevor sie verkocht werden. - Wir sagen sogar: GESCHLACHTET werden!*)

Und da so ein oder zwei große Kürbisse echt eine Menge "Fleisch" liefern, -Ich kann ja unmöglich 50 Liter Kürbissuppe essen und/oder an die Kinder verfüttern (Obwohl, ... es liegt nah dran!)-, werden anschließend noch Kürbiskuchen gebacken: Einer zum sofort Essen und so viele andere zum Einfrieren, wie in meinen Gefrierschrank passen. Die lassen sich dann prima in den nächsten Wochen auftauen, wenn mal unangemeldeter Besuch auftaucht.

Dann ist aber immer noch soooo viel Kürbis über, ... also koche ich noch ein paar Gläser Marmelade. Meistens pürriere ich das Mark und würze es mit Zimt und Vanille. Dann noch Gelierzucker dran und gut. Das schmeckt himmlich auf frischem Semmel oder zu Milchbrötchen O:-)
Ich habe aber auch schon Kürbismarmelade mit kleinen Apfelstückchen drin und mit Zitronensaft (damit die Äpfel nicht braun werden!) gemacht. - Schmeckt ganz anders. Super frisch!

Danach ist der Kürbis leider zum Glück (!) noch immer nicht alle. Weitere Reste werden gut in einer luftdichten Schüssel mit Deckel im Kühlschrank verstaut. In der folgenden Woche, denn bei guter Lagerung hält sich das Ganze auch echt soooo lange, kann ich dann mediterran inspirierte Gemüsepfannen damit zubereiten. Dafür verwende ich eigentlich die gleichen Zutaten, wie, wenn ich Zucchini zubereiten würde. Also Zwiebeln und/oder Knoblauch, Salz, Pfeffer, Kräuter wie Rosmarin, Basilikum, Majoran oder Thymian und so. Evtl. noch Tomaten, Oliven, ... . Je nach Vorrat!

Früher (damals, als die Kinder klein waren -also letztes Jahr *grins*) habe ich noch etwas von dem Kürbisfkeisch gekocht, pürriert und in kleinen Portionen für's Baby eingefroren. Das ist nämlich der ideale Starter in die Beikost. Gut bekömmlich, fein zerkleinerbar, leicht süßlich und VOR ALLEM gehen die Flecken quasi von allein wieder raus - zumindest beim Waschen! (Anders als man das ja von den Möhrenflecken kennt. -Aber auch da habe ich mitlerweile meine Lösung gefunden :-)

Wer jetzt denkt, ich sei nun durch mit dem Kürbis, liegt falsch.
Da waren ja auch noch Kerne drin, gell? - Diese kann man vom Gekröse befreien, sprich etwas säubern und auf Küchenpapier trocknen lassen. Wer mag, kann sie auspulen, essen, rösten, ... - Ich nicht! (Zu viel Geplüme!)
Die eignen sich prima als Saatgut für die Nachzucht im nächsten Jahr (*prust* -siehe unten- oder zum Basteln für die Kinder. Weil sie so platt sind, kann man die toll aufkleben. Auch noch im Frühling auf Ostereier :-)

* Die armen Dinger!

Aber welche Kürbisse nehme ich denn so?
  • Hokkaido: Wenn ich nur mal eben zwischendrin was mit Kürbis kochen mag, z.B. Suppe, dann nehme ich den. Denn der ist klein genug, dass er bei einer Mahlzeit verschwindet. Und vor allem ist er echt schmackhaft und gut überall, d.h. quasi in jedem Supermarkt, zu bekommen. Ein weiterer Pluspunkt: Man kann die Schale mitkochen. - Also kein Aushöhlen und lästiges Schälen!
  • Gelber Zentner: Der ist riesig und hat diese wunderschön kürbistypische Form. Warum er gelb heißt ist mir nicht ganz klar, da er eher von einem blassen Orange oder Apricot ist.Recht schmackhaft und absolut vielseitig kommt er daher. Ob süß oder eher herzhaft, ... der punktet bei mir. Und als Jack O'Lantern (Achtung Wortspiel!) schaut er schauerlich aus.
  • Halloween: Der sieht auch ganz dekomäßig aus, ist auch deutlich dunkler als der Zentner, also kräftig orange. - Kürbisfarben halt! Etwas kleiner ist er auch. Und wesentlich glatter in der Oberfläche. Kann eher oval oder auch rund sein. Geschmacklich völlig in Ordnung und lässt sich gut zu Kürbislaternen verarbeiten, da die Schale nicht ganz so hart ist.
Rund um den Halloweentag kommen bei mir Gelber Zentner und Halloween-Kürbis gleichermaßen zum Einsatz, was dann auch die Unmengen an Fruchtfleisch erklärt, die verarbeitet werden wollen :-) 
Ich mische beide Sorten für die Zubereitung meiner Kürbisspeisen, weil eben einfach beide da sind. Und schmecken tut es auf jeden Fall.

Wie ich eigentlich auf den Kürbis gekommen bin, weiß ich gar nicht mehr so genau.
Früher gab es den bei uns nämlich gar nicht (mehr).
Irgendwie ist der im Laufe der Siebzieger Jahre anscheinend völlig unmodern geworden. Anfangs gab es noch gelegentlich so ein eigenartiges süß-sauer eingelegtes gewürfeltes Kürbiskompott, das weder mir noch sonst wem gemundet zu haben schien. Denn das verschwand dann irgendwann aus allen Küchen und der Kürbis verschwand in der Versenkung.
Plötzlich, in den Achtzigern erlebten die Zierkürbisse ihre absolute Blütezeit! - In jedem gut sortierten Garten fand man sie und sie schmückten die braunen und dunkelgrünen Wohnzimmer jener Zeit.
Ich den Neunzigern dann schwappte (ich vermute, via Hollywood) so eine bombastische Halloween-Welle über den Ozean und dann war er da, ... der Kürbis.
In allen erdenklichen Variationen:
Bücher, Rezepte, Kalender, diese Sortenvielfalt, ... Bastelbücher mit Vorlagen zum Schnitzen der Laternen, spezielle Kürbiskarten in Restaurants, ... KÜRBISAUSSTELLUNGEN.
Von letzteren habe ich als junge Erwachsene einige besucht und war wirklich fasziniert.
Da gab es Kürbispyramiden, Kürbislabyrinthe, eine Kürbisgeisterbahn, Kürbismännchen, Kürbistiere, Zierkürbisse, Speisekürbisse und Kürbisspeisen, den Kürbisbücherverkauf, Kürbispflanzen und Kürbiskerne, Kürbiskernbrote, und und und!!!
Seitdem hat der Kürbis wieder seinen festen Platz in unseren Küchen gefunden und ist deutlich vielfältiger geworden.
Der große Hype ist jetzt zwar vorbei, ... Was ich persönlich echt schade finde, denn die Halloweenparties bei meiner Schwester und meinem Schwager waren fast Hollywood-reif.

Bei uns im Dorf gibt es aber eine größere Gärtnerei, die auch in diesem Jahr wieder ihr Kürbis-, Heide- und Möhrenfest stattfinden lässt. - Kein Vergleich zu den großen Kürbisausstellungen der späten 90er, ... aber ich freue mich trotzdem schon auf Sonntag!
Mal sehen, was ich von dort Schönes mitbringen werde :-)  (Vielleicht 'nen Kürbis, oder so?).

Ich habe ja sogar schon mal mehrfach versucht, selbst Kürbisse zu ziehen, aber Pflanzen jeder Art scheinen sich gegen mich verschworen zu haben ;-(
Aus irgendeinem Grund faulen mir die Früchte an der Pflanze weg, bevor sie reif sind oder die Pflänzchen geht erst gar nicht an, der erste Nachtfrost kommt mir zuvor und ich kann meine "Ernte" vergessen oder das Ganze wird einfach von den Schnecken gefressen!
Dabei scheint es auch völlig egal zu sein, welche Sorte ich pflanze, oder wo! Ich habe Versuche an drei (!) verschieden Wohnorten und unterschiedlichen Standorten gestartet. Einmal sogar in großen Blumentöpfen. Mit Dünger, ohne Dünger, mit Gießen ohne Gießen, ... - Völlig egal! Ich krieg's nicht hin ;-)

Dafür habe ich aber auch eine Menge Dekokürbisse, Windlichter, Laternen, Lichterketten, Streudeko und so 'nen Zeugs (Tendenz steigend, weil jedes Jahr mal wieder was Neues dazu kommt!). Die gehen wenigstens nicht ein ;-)

Schaut doch auch mal bei Karoline!

Kommentare:

  1. Hola Pamela, was für ein Post!!!! Ich bin beeindruckt. Da möchte man doch gleich mal einen Kürbis kaufen ;-)
    Liebe Grüße

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    1. Dann aber los!!! Und danke für's Kompliment :-)
      Herbstliche Grüße!

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  2. Ich sag nur «wow»....und ich hab Dich auch noch inspiriert mit meiner Frage nach dem Rezept....Danke für diesen wunderbar herbstlichen Post, der sofort Lust auf Kürbisse macht. :-)

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  3. Hey!
    Da freut man sich wirklich direkt auf Kürbisse! Danke fürs Teilen und Teilhaben lassen ;-)

    Freue mich sehr, dass du auch wieder beim Sewing Sasu mitmachst!

    Habe dein Crealopee-Bild übrigens nun geklaut und werde es bei mir teilen (hab ich die ganze Zeit vergessen).

    Alles Liebe
    Line

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  4. Was du alles mit Kürbis machst-ganz erstaunlich! Ich habe ihn bisher als Suppe, gebraten und überbacken mit Käse auf Putenbrust oder in Salat verarbeitet- schmeckt auch gut! Aber ich muss ihn auch teure kaufen:-) Kennst du übrigens Muskat-Kürbis? der ist für Suppe noch besser als Hokkaido. Lieben Gruss aus dem Weg in den Urlaub!!!

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    1. Den Muskat kenne ich. Aber bei uns ist der echt schwerer zu kriegen.
      Und du scheinst ja auch 'ne Menge mit Kürbis zu machen :-)

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  5. Ein wunderbarer Bericht. Ich habe ganz lange überhaupt keinen Kürbis gegessen, ich kann mich noch an das furchtbare Kompott (süß-sauer) erinnern, was bei uns früher eingeweckt wurde. Kindheitstrauma sozusagen;-))) Vor einige Jahren war ich mal auf einer sehr tollen Kürbisausstellung in Klaistow und dort hab ich mich mal an Kürbissuppe gewagt, dann gab es noch Kürbisbowle, Kürbiskuchen, Kürbiseis, natürlich Kürbisbrot.... und alles war so lecker!!! Seitdem wird bei uns zu Hause auch sehr gern mit Kürbisfleisch experimentiert. Kürbismarmelade mache ich am liebsten aus Kürbis und säuerlichen Äpfeln + Zitrone, dann scheckt sie fruchtig und nicht so süß. Kürbissuppe muss ich auch immer machen, wir mögen sie besonders mit Hokkaido, Ingwer, Möhren, Kokosmilch und Sojasoße. Ach ja und Kürbiskuchen gibt es auch.

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    1. Das ist ja wirklich ganz genauso, wie bei mir!!! - Danke für deinen tollen Kommentar!

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